Unsere Geschichte


Mit dem Wissen um die fundamentale Bedeutung von Wahrnehmung und Bewegung für die kindliche Entwicklung entwickelte Prof. Dr. Ernst Kiphard zusammen mit dem Kinderpsychiater Dr. Helmut Hünnekens seit Mitte der 1950er Jahre zunächst in Gütersloh, später in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Hamm, eine Methode zur Förderung und Behandlung von Kindern mit unterschiedlichen Wahrnehmungs-, motorischen, sprachlichen und sonstigen Entwicklungsstörungen sowie Aufmerksamkeits-, Verhaltens- und Persönlichkeitsstörungen. Es entstand – zunächst unter dem Begriff „Psychomotorische Übungsbehandlung“ – die „Psychomotorik“, eine zunächst noch eher funktional ausgerichtete Bewegungstherapie für Kinder und Jugendliche.

In der Klinik in Hamm wurde sie von Birgit Jarosch, Horst Göbel und Detlef Panten zur „Klinischen Psychomotorischen Therapie (KPT)“ weiterentwickelt: eine kindgemäße Spiel und Bewegungstherapie, die überwiegend in Kleingruppen angeboten wird. In anderen Kliniken und Anwendungsfeldern wird sie teilweise als „Mototherapie“ bezeichnet, bei Angeboten mit überwiegend präventivem Charakter als „Psychomotorik“ oder „Motopädagogik“.

Für die Kinder mit diesen Entwicklungsproblemen gab es damals wenig Therapieangebote, die Psychomotorik war in der Öffentlichkeit unbekannt. Um dem entgegen zu wirken, wurde 1965 der „Verein zur Förderung entwicklungsgestörter Kinder e.V.“ gegründet. Die Gründungsmitglieder setzten sich aus Experten und Personen aus dem öffentlichen Leben zusammen.

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Seit 1987 gemeinsam im Vorstand: H. Göbel, D. Panten, B. Jarosch

Als Ziele wurden in der Satzung festgelegt:


Zweck des Vereins ist es, das entwicklungsgestörte Kind durch geeignete Maßnahmen zu fördern und ihm damit bei der Entfaltung und Ausbildung seiner Persönlichkeit zu helfen. Der Satzungszweck wird verwirklicht durch die selbständige Durchführung und Unterstützung von Maßnahmen, die folgende Ziele verfolgen:


  1. Aufklärung von Eltern und Erziehern über die Zusammenhänge von körperlicher Gestörtheit/ Wahrnehmungsdefiziten und den Verhaltens- und Leistungsauffälligkeiten des entwicklungsgestörten Kindes;

  2. Veranstaltungen und Maßnahmen, die Eltern und Fachleute über die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse sowie über Therapieangebote informieren;

  3. Angebote zu fachlich-qualifizierter Behandlung entwicklungsgestörter Kinder und der Beratung der Bezugspersonen;

  4. Bereitstellung von qualifiziertem Sport-, Spiel- und Übungsmaterial zur Förderung entwicklungsgestörter Kinder;

  5. Unterstützung der Forschung zur besseren Erkennung frühkindlicher Hirnschäden sowie die Entwicklung und Erprobung neuer Hilfen für die entwicklungsgestörten Kinder.

An den Zielen hat sich im Laufe der Jahrzehnte wenig verändert, steht doch nach wie vor der Aspekt der Unterstützung einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung im Zentrum der Bemühungen, inzwischen zunehmend über das Kindesalter hinaus auf alle Lebensabschnitte bezogen. Durch unseren Verein wurde in Absprache mit den Kreisen Hamm und Warendorf, den zuständigen Gesundheitsämtern und niedergelassen Ärzten, sowie der LWL-Klinik Hamm ein dezentrales, flächendeckendes Angebot für Kinder mit ärztlich bescheinigtem Therapiebedarf aufgebaut.

Nach dem Abtreten der Gründergeneration wurde der Verein seit den 1980er Jahren zunehmend zu einem „Psychomotorik-Verein“ spezialisiert dem dann auch im Jahr 2000 die Umbenennung in „MOVERE- Verein zur psychomotorischen Entwicklungsförderung e.V.“ Rechnung trug.